Man begegnet Lobbyisten immer dort, wo Politik gemacht wird. Die Entscheider, die letzten Endes über die Gesetze abstimmen, werden von den unterschiedlichsten Gruppierungen umworben. Die eigenen Interessen werden bei den Mächtigen platziert und man hofft darauf, dass sie dann im Interesse der Lobbyisten handeln. Die Politik hat tatsächlich viel Macht über Unternehmen und kann mit unterschiedlichen Maßnahmen die Wirtschaft maßgeblich beeinflussen. Unternehmen und Politik stehen also in einer Abhängigkeit zueinander. Wer aber von wem abhängig ist, ist nicht immer so leicht zu erkennen.

Rahmenbedingungen

Eine Tatsache ist, dass die Politik die Rahmenbedingungen für Unternehmen vorgibt. In wirklich allen Unternehmensbereichen gibt es klare Vorgaben und Gesetze. Sei es das Personal, die Abrechnung, der Umgang mit Daten, die Werbung, oder jeder andere Bereich. Aber auch die Beziehungen zu anderen Ländern, Zölle, Ein- und Ausfuhrbestimmungen und die Regeln für den internationalen Austausch von Waren und Dienstleistungen sind entscheidend für die Wirtschaft. Die Politik regelt also die Rahmenbedingungen, innerhalb der die Unternehmen sich bewegen können.

Wirtschaft

Die Wirtschaft, also die Arbeit der Unternehmen, sorgt nicht zuletzt auch für einen Cashflow für die Politik. Steuern und Abgaben fallen an vielen Punkten in der Wertschöpfungskette an und ein Anteil der Umsätze fallen dem Staat zu. Das Geld steht dann der Politik zur Verfügung und wird im Budget verplant. Ohne die Unternehmen und den Einsatz der vielen Unternehmer würde ein Staat und damit die Politik nicht funktionieren. Unternehmen und Politik stehen also gegenseitig in einer Abhängigkeit. Die Unternehmen haben jederzeit die Möglichkeit ihren Firmensitz zu verlagern und auch kleine Unternehmen können mit ein wenig Aufwand, ihre Gewinne in eine Steueroase verlagern.

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Die Politiker verhandeln über die Entscheidungen im Staat

Lobbying

Es macht also Sinn, den Politikern ins Gewissen zu reden. Die Wirtschaft ist bemüht nachteilige Gesetze zu verhindern und die Gesetze, die Vorteile und Erleichterungen bringen, voranzutreiben. Dazu gibt es keinen wirklich legalen Weg. Schließlich ist es Aufgabe der Politiker, die Interessen des Staates und der Bevölkerung zu vertreten. Das schließt zwar die Unternehmen mit ein, aber oft sind die Interessen der Unternehmen andere, als die der Gesamtbevölkerung. Allerdings ist natürlich auch eine gesunde Wirtschaft von Interesse. Schafft die Politik gute Bedingungen für Unternehmen, dann gibt es viele Arbeitsplätze und hohe Steuereinnahmen. Unternehmen siedeln sich an und beleben die Wirtschaft insgesamt.

Steuern

Gewinne von Unternehmen werden besteuert. Von jedem Euro, den ein Unternehmen verdient, geht ein Teil an den Staat. Bezahlt das Unternehmen damit einen Arbeitgeber, dann gehen neuerlich Anteile an den Staat. Das sind die Teile des erwirtschafteten Geldes, die die Unternehmer direkt betreffen. Aber auch indirekt verdient der Staat an den Gewinnen der Unternehmen. Die Mitarbeiter verwenden das Geld, das sie verdienen, um etwas zu kaufen. Damit wird neuerlich Steuer fällig. Eine hohe Beschäftigungsquote sorgt also dafür, dass viele Konsumenten Geld haben und es auch ausgeben. Damit stärkt man wiederum weitere Unternehmen und sorgt auch dort für sichere und oft auch für neue Arbeitsplätze. Effekte, die die Politik bedenken muss, wenn es um die Entscheidungen geht.

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Gesunde Unternehmen sorgen für viel Geld in den Taschen der Konsumenten und damit für volle Einkaufszentren

Staatsformen

In den verschiedenen Staaten gibt es unterschiedliche Abläufe und Instanzen, die Gesetze auf den Weg bringen. Neben den Gesetzen gibt es auch noch Erlässe und Verordnungen, die ebenfalls Rechtskraft haben. Die meisten Staaten sind heute demokratisch organisiert. Das Volk wählt Vertreter, die dann für eine Funktionsperiode die Entscheidungen treffen. Andere Staatsformen, wie eine Diktatur, oder eine Monarchie sind seltener. Entscheidungen sind dort einfacher zu treffen. Allerdings stehen auch nicht immer die Interessen der Gemeinschaft im Vordergrund.

Atlantis

Die Demokratie ist eine weit verbreitete Staatform und in Europa Standard. Im Laufe der Geschichte gab es eine Reihe von verschiedenen Staatsformen und auch die Kulturen der Antike hatten hoch entwickelte Staatsformen und Hierarchien. Schon früh beschäftigten sich Gelehrte und Denker mit den verschiedenen Staatsformen. Einer davon war Platon. Der griechische Philosoph lebte von 428 bis 348 vor Christus in Athen und war Schüler von Sokrates. Zu seinen Spätwerken zählen auch die Kritias und die Timaios. Vordergründig schildert Platon in diesen Werken den Krieg zwischen Athen und Atlantis. Neue Interpretationen vermuten aber, dass die Erzählung, die in einem Untergang beider Kriegsparteien endet, Platons Abrechnung mit der Demokratie ist. Er befürwortete eine Staatsform, in der ein Philosoph als Herrscher eines Ständestaates die Entscheidungen traf. Trotzdem hat sich die Demokratie durchgesetzt.

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Platons Vision war eine vernunftgetriebene Staatsform, die in Stände unterteilt ist

Unternehmen und Politik

Beeinflussungen der Politik durch Unternehmen erfolgen laufend. Dazu werden einerseits Parteispenden getätigt und andererseits Politiker angeködert. Diese Praxis ist grundsätzlich verboten. Es ist nicht im Sinne des Staates, wenn man mit Geld Gesetze kaufen kann. Die Beeinflussung der Politiker findet aber nichtsdestotrotz statt. Der Umfang der Beeinflussung ist allerdings gering und normalerweise auch für den Politiker durchaus zu vertreten. Schließlich ist eine gesunde Wirtschaft eine ausgezeichnete Basis für eine funktionierende Gesellschaft. So wie jeder Bürger die Möglichkeit hat, seine Meinung zu äußern und beispielsweise zu demonstrieren, so steht es auch den Unternehmen frei, die Politik zu beeinflussen. Auch wenn Gewinn in einem normalen Unternehmen das oberste Ziel ist, kommt der Gewinn auch der Gesellschaft zugute. Eine vernünftige Kooperation mit gegenseitiger Wertschätzung und Rücksichtnahme macht die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Politik reibungsloser und fruchtbarer für die Gesellschaft.

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